OberammergauMuseum
  AUSSTELLUNGEN AKTUELL
AUSSTELLUNGS-ARCHIV
KRIPPEN
RÖMER UND RÄTER
18. / 19. JAHRHUNDERT
20. JAHRHUNDERT
MUSEUMSPÄDAGOGIK
FÜHRUNGEN
ZEITEN, PREISE

Ausstellungen 2017

 

 

Holz lebt – ein Rückblick auf das Werk des Bildhauers Konrad Saal

Dauer: 2.12.2017 – 4.2.2018

 

Wie viele Oberammergauer seiner Generation begann Konrad Saal als 14-jähriger nach der Volksschule 1953 eine Lehre als Holzbildhauer bei der Firma Schauer und Mangold in Oberammergau. Darauf folgte 1957 die Gesellenprüfung an der Staatlichen Fachschule für Holzbildhauer und Schnitzer und von 1962 bis 1964 die Meisterschule für Stein- und Holzbildhauer in München mit dem Abschluss als Meister. Ein für die damalige Zeit traditioneller und auch typischer Weg Schnitzer bzw. Bildhauer zu werden. Von 1965 bis 1977 arbeitete er danach als selbständiger Bildhauer in seiner eigenen Werkstatt in Oberammergau. Konrad Saal war mit seiner Arbeit erfolgreich - vor allem schnitzte er Krippen und Grabmäler, dazu kamen kirchliche Aufträge. Teil dieses Berufslebens war es auch, an öffentlichen und kirchlichen Wettbewerben teilzunehmen, auf Handwerksmessen und Ausstellungen präsent zu sein und Kontakte zu pflegen.

Von 1977 bis 2000 war er Fachlehrer an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer und Schnitzer in Oberammergau, zu deren Leiter er schließlich von 2000 bis 2003 wurde. Konrad Saal hat in diesen Jahren über 100 Schüler ausgebildet, ein erstaunlich großer Anteil von ihnen arbeitet auch heute noch als Bildhauer oder in künstlerischen bzw. kunsthandwerklichen Bereichen. Stellvertretend dafür zeigen wir in dieser Ausstellung Arbeiten seines ersten Schülers Dominik Dengl sowie seines letzten Schülers Ingo Hipp.

Seine Werke setzte er in Ton, Holz, Bronze und Stein um, bestimmte Themen und Motive wurden auch in verschiedenen Materialien immer wieder aufgenommen. Konrad Saals besondere Faszination aber gilt bis heute dem Holz. In den Strukturen des gefällten Stammes bleibt der Baum und sein einzigartiges Wachstum erhalten. Diese Lebendigkeit des Holzes auch in seinen Werken fortleben zu lassen und spür- und sichtbar zu machen, wurde mehr und mehr bestimmend für Saals Bildhauerei. Schon früh hatte er nicht nur mit dem traditionell für Feinschnitzereien verwendeten Zirbelholz gearbeitet, sondern seine Figuren auch in härteren Hölzern wie Kirsche, Zwetschge oder Birne, die durch ihre auffallende Farbigkeit und Maserung völlig anders wirken, umgesetzt. Seit Mitte der 1970er Jahre aber wird der Stamm selbst ihm zur Inspiration. Er sucht besondere Baumstämme, Holzstücke oder Äste, nimmt in seiner Arbeit die vorgegebene Struktur des Holzes auf und schnitzt religiöse Szenen, Frauen- und Männergestalten oder Tierdarstellungen hinein.

Konrad Saals Werke bewegen sich weitgehend in einem religiös-christlichen Themenkreis - auch das ist typisch für die meisten Oberammergauer Schnitzer und Bildhauer im 20. Jahrhundert. Neben Krippen und biblischen Szenen stehen in dieser Retrospektive feinsinnige Porträts und gekonnte Tierdarstellungen – sehr kleine Skulpturen neben großen Arbeiten.

 

 

 

Lebenslauf

1939 in Oberammergau geboren

1945-1953 Volksschule Oberammergau

1953-1957 Lehre als Holzbildhauer bei der Fa. Schauer und Mangold in Oberammergau, Zeichen- und Kunstgeschichtsunterricht abends in der Schnitzschule bei dem Zeichenlehrer Julius Himpel, Modellier-Unterricht nachmittags bei Direktor Ludwig Huber

1957 Gesellenprüfung an der Staatlichen Fachschule für Holzbildhauer und Schnitzer

1962-1964 Meisterschule für Stein- und Holzbildhauer in München, Meisterprüfung

1964-1965 angestellt bei der Stein- und Holzbildhauerei A. Sprick Erwitte/Westfalen

1965-1977 freiberuflich in eigener Werkstatt in Oberammergau als Bildhauer tätig

1977 Fachlehrer an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer und Schnitzer in Oberammergau

2000-2003 Schulleiter der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer und Schnitzer in Oberammergau

Teilnahme an Gruppenausstellungen: Garmisch-Partenkirchen, München, Augsburg, Stuttgart, Dresden, Salzburg, Murnau, Oberammergau, Schongau, Bad Wörishofen, Bad Bayersoien

Einzelausstellungen in Oberammergau, Bad Bayersoien, Altenstadt

Arbeiten aus Holz, Stein und Bronze in München, Augsburg, Bochum, Berlin, Lenggries, Gessertshausen, Oberammergau, Bad Wörishofen

 

 

„Fotografieren und Filmen, damit ein Stück vom Leben bleibt.“ - 60 Jahre Kofel Kamera Club Oberammergau

Schaufensterausstellung

Dauer: 3.8. - 12.11.2017

Gegründet wurde der KKC 1957 ursprünglich als amerikanischer Fotoclub mit Hauptsitz in den Kasernen. Dort gab es eine komplette Dunkelkammer-Einrichtung und ein Fotoatelier.

Der Initiator Günter Solwaiger, ein gelernter Fotofachmann, der bei den Amerikanern Fotokurse gab, wollte auch Deutschen den Zugang zu dieser Einrichtung öffnen.

Nach Auflösung der amerikanischen Einrichtung etablierte sich der Club nun ganz im Ort selbst und fand eine Bleibe im Kahlbaumhaus. Der KKC musste aber noch viermal umziehen bis er eine dauerhafte Bleibe im Ammergauer Haus fand.

Bald nach der Gründung begann man auch, Filme zu drehen. Zunächst in Normal 8, dann in Super 8 und heute in Digital. Seit 1966 hält der KKC alle wichtigen Ortsgeschehnisse in einer Jahresfilmchronik fest. Bis 2016 sind so bereits 50 Chroniken entstanden.

Jedes Jahr findet ein interner Foto- und Filmwettbewerb statt. Dazu gibt es jeweils ein Spezialthema und ein freies Thema für beide Sparten.

Der Kofel Kamera Club trifft sich jeden Donnerstag im Clubraum im Ammergauer Haus. Es wird dabei ein sich 14-tägig abwechselndes Programm angeboten. Zum einen finden Arbeitsabende zum Austausch und Besprechen von Foto- und Filmproblemen statt und zum anderen Film und Fotovorführungen zu denen auch Gäste willkommen sind.

Zur Zeit hat der Club: 28 Mitglieder (9 Filmer, 13 Fotografen)

 

Bildunterschrift:

Im Dach der "Hawkins - Barracks" befanden sich ein komplett ausgestattetes Fotoatelier und eine Dunkelkammer.

 

Von Beginn seiner Vereinstätigkeit an war Zeno Bierling (1936 - 2011) mit der eigenen Normal 8 Filmkamera begeistert dabei.

Gabriele Münter und die Volkskunst

„Aber Glasbilder, scheint mir, lernten wir erst in Murnau kennen" 

Dauer: 27. Juli bis 12. November 2017

Am 19. Februar 2017 jährte sich der 140. Geburtstag von Gabriele Münter (1877–1962). Dies ist Anlass für das Schloßmuseum Murnau und das Oberammergau Museum, Münters Werk und seine Bezüge zur Volkskunst in einer gemeinsamen Ausstellung darzustellen. Angeregt durch ihren damaligen Lebensgefährten Wassily Kandinsky (1866 –1944), der bereits 1889 als Jurist und Nationalökonom auf einer Forschungsreise im russischen Gouvernement Wologda mit der Volkskultur nachhaltig in Berührung gekommen war, entwickelte auch Gabriele Münter eine Begeisterung für die Erzeugnisse der Volkskunst. Sie begann Hinterglasbilder, Votivbilder, Heiligen- und Spielzeugfiguren zu sammeln, die sie auf gemeinsamen Reisen, während ihrer Aufenthalte in Murnau und Umgebung, aber auch in München auf der Auer Dult oder bei spezialisierten Händlern fand. Bei Heinrich Rambold, einem in Murnau ansässigen Hinterglasmaler, erlernte sie die Technik dieser Art zu Malen und verfeinerte sie zunächst durch Kopieren seiner Vorlagen. Die über 1000 Stücke umfassende Hinterglasbildsammlung des Murnauer Braumeisters Johann Krötz, der seit Ende der 1880er Jahre Bilder aus dem Staffelseegebiet und Oberammergau zusammengetragen hatte (seit 1955 im Oberammergau Museum) ermöglichte ihr wie auch Kandinsky, Franz Marc und Alexej von Jawlensky einen tieferen Einblick in Themen, Motive und regionale Charakteristika der Hinterglasmalerei.

Eine Faszination für Volkskunst hatte nicht nur Kandinsky erfasst, sondern zeitgleich - seit den späten 1890er Jahren - hatte sich auch in Münchner Architekten- und Künstlerkreisen ein verstärktes Interesse an den Erzeugnissen der oberbayerischen Volkskunst entwickelt. Dieses führte 1902 zur Gründung des Vereins für Volkskunde. Gründungsmitglieder waren u.a. die Architekten Gabriel von Seidl und Franz Zell, aber eben auch der Murnauer Braumeister Johann Krötz und der Oberammergauer Schnitzwarenverleger Guido Lang. Dieser ließ dadurch angeregt in den Jahren 1904 bis 1906 das Oberammergau Museum für seine Sammlung Oberammergauer Schnitzereien errichten. Franz Zell, sein Architekt und Innengestalter, ergänzte diese Bestände durch Ankäufe auf der Auer Dult. Kleinskulpturen, wie sie auch heute noch im Oberammergauer Museum zu sehen sind, sammelten neben Hinterglasbildern ihrerseits wiederum die Maler des „Blauen Reiters“, und Gabriele Münter hielt diese Objekte auf zahlreichen Gemälden fest.

Die Authentizität der beiden Orte Murnau und Oberammergau prägt die gemeinsame Ausstellung, die zum ersten Mal den bislang unbeachteten Zusammenhang der allgemeinen Entdeckung der Volkskunst um 1900 und der spezifischen Begeisterung Gabriele Münters für diese herstellt. Münter hat in Murnau gemalt und gelebt und ihr Werk ist seit über zwei Jahrzehnten einer der wichtigsten Forschungsschwerpunkte des Schloßmuseums, ebenso wie die Volkskunst des Staffelseeraums. Das 1910 eröffnete Oberammergau Museum präsentiert die denkmalgeschützten Räume mit der volkskundlichen Sammlung bewusst in den zeittypischen Arrangements, wie sie Gabriele Münter durchaus selbst dort gesehen haben kann.

Insgesamt zehn Hinterglasbilder wurden in den Almanach „Der Blaue Reiter“ aufgenommen. Neun davon stammen aus der Sammlung Krötz und werden seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder gemeinsam gezeigt. Bestimmte Themen (Hl. Florian, Hl. Georg, Madonnen) und Darstellungsweisen (Farbigkeit, Ausführung der Umrisslinien) faszinierten Gabriele Münter bei den Hinterglasbildern ebenso wie bei den geschnitzten volkskundlichen Skulpturen besonders. Die Auswahl der ausgestellten Exponate der Sammlung Krötz sowie von Oberammergauer Schnitzereien beleuchtet diesen Aspekt. Die Art des Arrangierens von Volkskunst wird ebenso thematisiert wie das Werk Heinrich Rambolds. Dem gegenübergestellt werden druckgraphische und zeichnerische Werke Gabriele Münters und anderer Maler der Künstlergruppe „Blauer Reiter“.

Den Flyer zur Ausstellung finden Sie hier

 

Bildunterschrift:

Der Winter, Hinterglasbild, Seehausen 1.H.19Jh. Oberammergau Museum, 1912 abgebildet im Almanach „Der Blaue Reiter“

Maria empfängt den Heiligen Geist, Hinterglasbild, Seehausen, 1.H.19.Jh. Oberammergau Museum, 1912 abgebildet im Almanach „Der Blaue Reiter“

Blick in den Kapellenraum des ‚Verleger Lang’schen kunst- und kulturgeschichtlichen Oberammergauer Museums‘, 1910er Jahre, Oberammergau Museum

 

 Bitte beachten sie auch unser museumspädagogisches Programm zur Ausstellung

 

 

 

Was ist ein reines Nichts und doch sichtbar?

Schatten und Silhouetten des Menschen durch die Jahrhunderte

8.4. - 2.7.2017

Die Kerschbaumer-Sammlung der PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau im Oberammergau Museum

 

 

 

Dem römischen Schriftsteller Plinius dem Älteren (1. Jahdt n. Chr.) zufolge entstand die Malerei, als eine junge korinthische Frau das Profil ihres zur Seefahrt aufbrechenden Geliebten nach dessen Schattenriss an der Wand festhielt. Ohne Frage, Licht und Schatten gehören nicht erst seit der Entwicklung der Fotografie zum Wesen von Kunst. Zu höchster Präzision und Abstraktion gereift ist das Prinzip von Hell und Dunkel im Schattenriss. Dieser wurde in vielfältigen Ausdrucksformen immer wieder neu interpretiert. Die Ausstellung zeigt Spitzenbilder, Weißschnitte, Schattenrisse, Tuschezeichnungen, Hinterglasbilder, Lithographien oder Scherenschnitte - in den Kunstwerken dieser Ausstellung werden Menschen und Dinge zu ihrem wahren Wesen destilliert oder sie lösen sich gesteigert zum Ornament fast schon wieder auf.

 

 

 

Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier herunterladen.

 

01 Weißschnitt/Spitzenbild, Klosterarbeit Geburt Jesu, auf Pergament gemalt, 1700-1720 PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

02 Kaffeetrinkendes Paar Goldradierung, um 1780 PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

03 Silhouette auf Porzellantasse KPM, Berlin, ca. 1790 PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

04 Silhouette einer Dame (Porträtsilhouetten aus dem fränkischen Adel) Tusche auf Papier, 2. Hälfte 18. Jhd. PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

05 Silhouettenporträts mit Freundschaftstempel Goldradierung, ca. 1820 PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

06 Silhouette am Band Goldradierung, mit Seide hinterlegt PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

07 Weißschnitt Zirkusszene, ca 1820

 

08 Édouard, Augustin (1789-1861) Checkmate aus: A Treatise of Silhouette Likeness, 1835 PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

09 Konewka, Paul (1841-1871) Silhouetten zu Shakespeares Sommernachtstraum Tusche, 1869 PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

10 Yoshiiku (1833-1904) Holzschnitt PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

11 Wassily Kandinsky (1866-1944) „Der Rhein“, aus: Gedichte ohne Worte, 1903/04 Holzschnitt Schloßmuseum Murnau, Leihgabe PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

12 Lo Heymann Schattenphantasie, um 1920 PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

13 Ernst Moritz Engert (1892-1986) Scherenschnitt, um 1920 PSM Privatstiftung Schloßmuseum Murnau

 

14 Fritz Klemm (1902-1990) Wand, 1984 Collage auf Papier Sammlung Maximilian und Agathe Weishaupt, München

 

 

 

Ludwig Thoma – zum 150. Geburtstag eines gebürtigen Oberammergauers

 

19.1. –1.10.2017 - Schaufensterausstellung: Ludwig Thoma und Oberammergau

 

19. 1.2017, 19.00 Uhr Ludwig Thoma - Aufsteiger, Satiriker, Dichter?

Neues über den Autor aus Oberammergau. Vortrag von Frau Prof. Dr. Gertrud Maria Rösch, Professorin für Literaturwissenschaft an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Gemeinsam mit dem Förderkreis Oberammergau Museum und Pilatushaus e.V. lädt der Historische Verein Oberammergau 1999 e.V in das Geburtshaus von Ludwig Thoma ein.

Ort: Georg Lang sel. Erben (Klepper), Dorfstr. 20

 

3.2. 2017, 19.30 Uhr Josef Köpf und Walter Rutz lesen aus Ludwig Thomas Werk – ein literarischer Abend mit musikalischer Untermalung.

Ort: Oberammergau Museum, Dorfstr. 8, Eintritt: 3,50 Euro
 Um Anmeldung bis zum 2.2.2017 wird unter 08822/94136 gebeten.

 

 

Garmischer Tagblatt, 15.2.2017

Ausstellungen 2016

Lieselotte von Faber (1920-2014) – Malen im Verborgenen

26.11.2016 - 2.2.2017

Die Entdeckung eines faszinierenden malerischen Lebenswerks – das ermöglicht die Ausstellung „Lieselotte von Faber“ im Oberammergau Museum. Zu Lebzeiten der Malerin hat keine Ausstellung mit ihren Werken stattgefunden. Umso erstaunlicher ist, dass das Museum in dieser Retrospektive ein eigenständiges malerisches Lebenswerk zeigen kann. Es ist vorwiegend in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden – völlig im Verborgenen. Der künstlerische Weg der Malerin war, dem Schicksal vieler Frauen (und Männer) ihrer Generation vergleichbar, zunächst von massiven Widrigkeiten, die den unglücklichen Umständen der Zeitgeschichte geschuldet sind, begleitet.

Lieselotte von Faber, geborene Müller (1920 - 2014), verbrachte ihre Kindheit und Jugend in einer großbürgerlichen Familie in Nürnberg. Dort besuchte die künstlerisch begabte Neunzehnjährige kurze Zeit die Kunstgewerbeschule. 1941 führte die uneheliche Geburt der Tochter Karin zum traumatischen Zerwürfnis mit den Eltern. 1942 folgte der Umzug nach München in eine Frauenwohngemeinschaft in der Feilitzschstrasse in Schwabing. Dort begann sie an den nationalsozialistisch gleichgeschalteten Akademien ein Kunststudium. Zunächst an der Akademie für angewandte Kunst und danach an der Akademie der Bildenden Künste u.a. bei den Professoren Josef Oberberger und Julius Hess. Lis Müller, wie sie sich jetzt nannte, etablierte sich in den Münchner Künstlerkreisen und war z.B. für die Dekoration der Faschingsveranstaltungen im Künstlerhaus München verantwortlich. Nach dem Krieg studierte sie bei Prof. Eugen Julius Schmid in der Klasse für angewandte Grafik und Schriftkunst. Seit 1945 war sie zudem freiberuflich tätig: Sie entwarf erste Dekore für die Porzellanmanufaktur Nymphenburg, ab Mitte der 1950er Jahre war sie für die erfolgreiche Porzellanserie ‚Lis Müller’ bei der Firma Rosenthal verantwortlich. Die Hochzeit 1960 mit Helm v. Faber, Sprachwissenschaftler am Goetheinstitut, den sie in den späten 1940er Jahren kennengelernt hatte, ermöglichte den Rückzug aus München nach Stockdorf und Anfang der 1970er Jahre schließlich nach Oberammergau. Ihr künstlerisches Lebenswerk entstand seitdem weitgehend in selbstgewählter strikter Isolation und Zurückgezogenheit von anderen Menschen.

In Lieselotte von Fabers Werk wirken grundsätzlich die künstlerischen Einflüsse der Wegbereiter der klassischen Moderne fort. Anders als die meisten Maler ihrer Generation ging sie aber nicht den Weg in die völlige Abstraktion weiter, sondern verließ nie die Gegenständlichkeit. Damit blieb sie fremd unter ihren künstlerischen Zeitgenossen. Deutlich sichtbar sind die Zitate aus dem Werk August Mackes, zu dem sie eine `Wesensverwandtschaft´ empfand, ebenso fallen aber auch surrealistische Einflüsse auf. Ihre Bilder sind von Menschen bevölkert, dicht gedrängt stehen sie zugleich isoliert nebeneinander. Die Körperlichkeit der weiblichen Figuren, die oft nahezu transzendent und kristallin dargestellt werden, kontrastiert zu ihren wuchtigen, anonym bleibenden Männergestalten. Die Formate ihrer Gemälde sind klein, die epische Fülle ist gleichsam zur Erinnerung verdichtet. Mehr und mehr übernehmen die Farben die Regie, Lieselotte von Faber lässt eine gedrängte und bedrängte Welt leuchten. Im völligen Gegensatz dazu stehen ihre späten Landschaftsbilder, hier kommen die Menschen nicht mehr vor. Ihr Werk spiegelt in weiten Teilen die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gültigen geschlechtsspezifischen Hierarchien ebenso wie die Entdeckung und Autonomie der eigenen Körperlichkeit wieder. Offensichtlich blieben diese Mechanismen in Lieselotte von Fabers Augen auch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wirkmächtig. Ihren Blick auf die Gesellschaft und die Welt hat sie uns auf hohem künstlerischem Niveau in ihren bisher verborgenen Bildern hinterlassen. Sie warten auf Entdeckung.

Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier downloaden

 

Führung durch die Ausstellung

Am Freitag, 27. Januar 2017, findet um 16:30 eine Führung durch die Sonderausstellung "Malen im Verborgenen" durch die Museumsleitung, Dr. Constanze Werner statt, Kosten: 5,- €. Für Mitglieder des Museumsfördervereins kostenlos. Dauer ca. 45 Min.

 

Museumspädagogisches Programm mit Michaela Johanne Gräper:
Sa 7. Januar, 14.00-16.00 Uhr. Kurze Führung durch die Ausstellung – wir lassen uns inspirieren und malen dann selbst. Telefonische Anmeldung 08822/94136. Begrenzte Teilnehmerzahl.

Das Museum Aschenbrenner, Loisachstraße 44, 82467 Garmisch-Partenkirchen www.museum-aschenbrenner.de zeigt zeitgleich das Lebenswerk einer anderen spannendende Künstlerin, der Kinderbuchillustratorin und Designerin: Else Wenz-Viëtor (1882-1973). Feine Striche – Große Entwürfe. (02.12.16 – 23.04.17).

 

 

Zeitungsberichte zur Ausstellung

SZ Extra, Land und Stadt, 1. - 7.12.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Garmischer Tagblatt, 1.12.2016

Schaufensterausstellung zum 70. Geburtstag von Hubert Lang

Hubert Georg Lang

geb. 1946 in Oberammergau

1963 - 1966 Staatliche Schnitzschule für Holzbildhauerei Oberammergau

1968 - 1974 Akademie der Bildenden Künste München, Bildhauerei. Meisterschüler bei Prof. Georg Brenninger

1974 -1976 Kunstakademie Stuttgart, Malerei bei Alfred Hrdlicka

1988 Plakatwettbewerb Passionsspiele 1990, 1. und 3. Preis sowie Ausführung

1995 St. Lukas-Wettbewerb, Künstlerpreis des Schwäbischen Krippenmuseums in Mindelheim

1998 Brunnenwettbewerb Oberammergau, 1. Preis und Ausführung “Rottwagen“

2000 Brückenschlag auf der Insel Wörth, Seehausen am Staffelsee "Friedenstaube“

2002 Skulpturenweg Oberammergau "Friedenstaube“

2004 Skulpturenweg Oberammergau "Orpheus“ 2007 Skulpturenweg Oberammergau "Mutter mit Kind“

2011 Georg-Petel-Preis für Kleinplastik, Weilheim i. Obb., 3. Preis

Oberammergauer Krippenweg 27.12.16 - 6.1.17

Süddeutsche Zeitung 16.12.16

Die Kunst des Kleinen – Oberammergauer Miniaturschnitzerei aus zwei Jahrhunderten

29.4. - 6.11.2016

Miniaturen widersprechen unseren Sehgewohnheiten. Wir sind durch die Kunst der Moderne und schnelle Filmschnitte geprägt. Hier aber gibt es keine Flächen und Farben, nur der genaue, verweilende Blick erschließt die Exponate.

Bereits in der Renaissance, in der sich die Vorliebe für die kleine Form und handwerkliche Kunstfertigkeit in den fürstlichen Wunderkammern manifestierte, wurde die Virtuosität der Oberammergauer Schnitzer bewundert. Das belegt das folgende Zitat des bekannten Humanisten und Reformators Andreas Althammer:

„Ammergau hat erfinderische und sehr arbeitsame Leute, besonders solche, welche die überaus große Fähigkeit besitzen, kleine Bilder zu schnitzen, so dass sie sogar die Leidensgeschichte des Herrn in einer Nußschale so kunstgerecht darstellen, wie Du es in Deutschland und ganz Europa kaum finden wirst.“

In dieser Ausstellung werden Miniaturschnitzereien aus dem 19. und 20. Jahrhundert gezeigt. Sie befassen sich thematisch mit völlig unterschiedlichen Themen und bilden dadurch auch ein breites Spektrum der Oberammergauer Schnitzerei und Bildhauerei ab.

Ausgehend von der Spielzeug-und Krippenschnitzerei gab es in Oberammergau immer meisterhafte Tierschnitzer. Das 19. Jahrhundert vertritt hier vor allem Anton Schauer (1850 – 1920), der ein hervorragender und sehr bekannter Tierschnitzer war und zeitweise
auch in München gearbeitet hat. Auch Guido Postinger (1900 - 1985) war ein Meister der Tierplastik, seine
Tiere tragen allerdings zum Teil sehr menschliche
Züge - und sie verbreiten Fröhlichkeit.
Die Feinschnitzerei ist tatsächlich ein ideales Medium
für Karikaturen, wie Herbert Kochs (1933 – 2002) oder Erwin Otts (*1944) Szenerien zeigen. Eine Schachtel mit hunderten feingliedrigen 2 cm großen Miniaturkorpussen, verweist auf die sakrale Miniaturschnitzerei. Laura Lang (1902 – 1987) war Herrgottschnitzerin und auf die ausgestellten Miniaturen spezialisiert, sie schnitzte ihr ganzes Leben Christuskorpusse in zwei Miniaturformaten. Christian Wittmanns (1898-1985) buntgefasste anmutige Miniaturmadonnen und Engel aus den 1920er Jahren stellen den Versuch dar, die Oberammergauer traditionelle Volkskunst mit eigenständigen Neuinterpretationen wiederzubeleben. Ein wahrlich virtuoses Kabinettstück ist die Skulptur „Herrgott wundert sich über das eigene Missgeschick“ (2004) von Josef Fux (*1938), der in den 1990er Jahren u.a. für Jeff Koons gearbeitet hat. Der von einem Adam und Eva Paar getragene Granatapfel, auf dem der zweifelnde Gottvater sitzt, beinhaltet die gesamte Lebensgeschichte Jesu.

Was die weit über 100 ausgestellten Exponate verbindet, ist das große Können des Oberammergauer Schnitzers. Dies lässt sich nur erkennen, wenn man genau hinsieht.

 

Um den Blick zu schärfen, gibt es ein Suchspiel. Stark vergrößerte Fotografien zeigen Ausschnitte der ausgestellten Miniaturen. - Schärfen Sie Ihren Blick und entdecken Sie die Details! Kinder erhalten eine kleine Belohnung, wenn Sie den Ausschnitten auf den Fotos die richtige Vitrinennummer zuordnen. Viel Spaß beim Entdecken!

 

Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier downloaden

 

Bildunterschrift:

Der Sündenfall - "Herrgott wundert sich über das eigene Missgeschick", Lindenholz, patiniert, Szene im Granatapfel: Lebensgeschichte Jesu, Lindenholz, Josef Michael Fux, 2004

Katz und Maus, Zirbelkiefer, Herbert Koch, um 1980er Jahre

Der kleine Totentanz, Lindenholz, Nussschalen, Josef Michael Fux, 1998

Serviettenring mit Puttidekor, Bein, Andreas Lang, um 1915

Ausstellungen 2015

Spuren des Barock - Franz Seraph Zwinck (1747-1792), Porträtist, Kirchen- und Lüftlmaler

28.11.2015 - 2.2.2016

Der Oberammergauer Maler Franz Seraph Zwinck hat ein umfangreiches Lebenswerk hinterlassen. Dabei erstreckt sich sein Wirkungsbereich über das Gebiet der heutigen Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech und Weilheim-Schongau. Berühmt und sozusagen zum Inbegriff des oberbayerischen Lüftlmalers wurde er im 19. Jahrhundert vor allem wegen der von ihm bemalten Häuserfassaden, die u.a. in Dörfern wie Ober- und Unterammergau oder Mittenwald auch heute noch ein wichtiger Teil des Ortsbildes sind. Seine Fresken und Ölbilder in zahlreichen Kirchen zeugen von der heiteren spätbarocken Frömmigkeit einer zu Ende gehende Epoche, kurz bevor Säkularisation und ein neuer Staat die Verhältnisse wesentlich veränderten. Die Porträts der Frauen und Männer, die von ihm erhalten sind, zeigen eine ländliche Oberschicht, die als Gewerbetreibende und Händler dem bäuerlichen Milieu entwachsen war und sich selbstbewusst am städtischen Lebensstil orientierte. Gerade zur Weihnachtszeit sei auch auf seine anmutigen Papierkrippen hingewiesen. Sein Leben und sein Oeuvre werden in dieser Ausstellung umfassend dokumentiert.

Ausgelöst durch den drohenden Abbruch des Pilatushauses, eines seiner Hauptwerke, wurde Anfang der 1980er Jahre die Bedeutung des Werks von Franz Seraph Zwinck wiederentdeckt. 30 Jahre später will diese Ausstellung den Besucher dazu anregen, sich auf eine kunst- und kulturgeschichtliche Spurensuche durch unsere Region zu machen. Dabei wird er nicht nur auf Erzählweisen und Bildformen von vor 250 Jahre treffen, sondern feststellen, dass viele der Lüftlmalereien Zwincks in einem schlechten Zustand und davon bedroht sind, zu verschwinden.

Bildunterschrift:

Detail: Dame mit Armbrust, Fassadenbemalung am Hornsteinerhaus in Mittenwald, 1775

Die Gattin des Baders Zwinck, Öl auf Leinwand 80 x 60 cm,  ca. 1788

Der Traum, Jakobs Fresko des Langhauses der Kapelle St. Georg in Oberau, 530 x 280 cm, 1788

NS-Herrschaft und Krieg - Oberammergau 1933-1945

4.4. – 8.11.2015

Eine Ausstellung von Archiv und Museum anlässlich 70 Jahre Kriegsende

Das Dorf im Nationalsozialismus

Die Entwicklung Oberammergaus im Dritten Reich ist in vieler Hinsicht exemplarisch, weist aber auch typische Besonderheiten auf. Die Ausstellung zeigt, wie die nationalsozialistische Politik das politische, wirtschaftliche und soziale Leben in dem oberbayerischen, katholischen Dorf veränderte und mehr und mehr dominierte. Zunächst prägten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Aufrüstung das Bild: es gab umfangreiche Bauprogramme wie die Ammerregulierung, den Siedlungsbau in St. Gregor und den Kasernenbau, durch den Oberammergau zum Wehrmachtsstandort wurde.

Das Dorfleben wurde zunehmend durch Mechanismen der Unterdrückung und Zwängen zur Anpassung bestimmt. So versuchte der Staat schon in der Vorbereitungsphase die Jubiläumspassionsspiele 1934 (300 Jahre) für die nationalsozialistische Ideologie zu vereinnahmen - dies gipfelte in einem propagandistisch inszenierten Besuch Adolf Hitlers im August 1934. Als typische Ferienregion wurde Oberammergau natürlich auch von jüdischen Familien besucht. Seit 1935 wurde jedoch die „Arisierung“ des Fremdenverkehrs sowie die Diskriminierung und schließlich Vertreibung der jüdischen Bevölkerung hier -wie im gesamten Landkreis- Realität. Gleichzeitig erfolgten Restriktionen gegen kirchlich oder weltlich motivierten Widerstand.

Kriegszeit

Dann veränderte der Krieg die Bevölkerungsstruktur noch einmal grundlegend. Nach auswärtigen Bauarbeitern und Wehrmachtssoldaten kamen nun Zwangsarbeiter, Evakuierte und Rückwanderer. Im Mai 1940 trafen z.B. an die 200 vorwiegend ältere Südtiroler Umsiedler ein, die Italien verlassen mussten und im Dorf unter lagerähnlichen Bedingungen lebten. Oberammergau war auch Ort des Arbeitskräfteeinsatzes von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen, zuerst in der Land- und Forstwirtschaft, dann aber auch im Stollenbau und der Rüstungsproduktion. 1943 wurden Fertigungsstätten des Flugzeugherstellers Messerschmitt hierher verlagert. Die Interessen des kriegswichtigen Rüstungsbetriebs bestimmten bald die Dorfpolitik und vereinnahmten die knappen Ressourcen. Insgesamt waren in Oberammergau neun Rüstungsbetriebe angesiedelt, die Firma Osram etwa hatte ein Lampenlager im Passionstheater. Gegen Kriegsende kam sogar Wernher von Braun mit 400 Technikern und Raketenfachleuten nach Oberammergau.

Kriegsende

Das Kriegsende und die Übergabe des Dorfes durch den 2. Bürgermeister Alfred Bierling und Melchior Breitsamter an die Amerikaner verlief weitgehend friedlich. Militär und SS waren bereits abgezogen und Oberammergau hatte sich mit der Wehrmachtskommandatur in Garmisch geeinigt, dass eine Verteidigung nicht stattfinden sollte. Bei dem sinnlosen Unterfangen junger Offiziersschüler am hinteren Ortsausgang Oberammergaus eine Panzersperre gegen die US-Amerikaner zu verteidigen, fanden dennoch sieben Menschen den Tod.

In Holz geschnitzt

Für den Besucher besonders beeindruckend ist, dass sich all dies nicht nur in Photographien, Dokumenten, Filmaufnahmen und Zeitzeugeninterviews wiederspiegelt, sondern gerade auch in den von Oberammergauern geschnitzten Exponaten dieser Zeit. 1934 wurden in der größten Verlagswerkstatt Gg. Lang sel. Erben noch v.a. Krippen-, Heiligenfiguren und Passionssouvenirs geschnitzt, seit 1940 wurden dann aber mehr und mehr Arm- und Beinprothesen hergestellt. Anfangs prägte noch die NS-Ästhetik, die Anpassung an die veränderte Nachfrage und die Glorifizierung des Soldatentums das Schnitzhandwerk, dann manifestierten sich vor allem die Erfahrung von Krieg, Gefangenschaft, sowie persönliches Leid im geschnitzten Holz.

 

Bildunterschrift:

Herstellung von Arm- und Beinprothesen in der Schnitzwerkstatt von Gg. Lang sel. Erben, ca. Anfang 1945, Photo: Sammlung Florian Lang.

 

Zu einzelnen Themen der Ausstellung finden Vorträge und Veranstaltungen statt:

Oberammergau und das Kriegsende 1945, Vortrag von Ludwig Utschneider, er unterrichtet Deutsch und Geschichte an der Erzbischöflichen Realschule Schlehdorf und ist der Verfasser des Buches Oberammergau im Dritten Reich - 1933-1945, Mittwoch 29.4.2015, 20.00 Uhr Kleines Theater

 

Verfolgte in der NS-Herrschaft als Gäste im Ammertal, Vortrag von Pater Thaddäus Schreiber, Kloster Ettal, anlässlich der 70. Todestage von Pater Rupert Mayer SJ und Pastor Dietrich Bonhoeffer, Donnerstag, 9.7.2015,
19.00
 Uhr, Oberammergau Museum

 

Südtiroler Umsiedler im Deutschen Reich und die Situation in Oberammergau, Vortrag von Stefan Lechner, Südtiroler Landesarchiv Bozen, Freitag 9.10.2015, 19.30 Uhr, Gasthof Stern (Saal), Dorfstraße 33

Anläßlich diese Vortrages ist das Museum am 9.10. bis 19 Uhr geöffnet!

 

Dezember 1923 bis Mai 1924 - Eine Oberammergauer Wanderausstellung in den USA

28.3. - 8.11.2015 Eine Schaufensterausstellung

Nach dem ersten Weltkrieg war die Schnitzerei in Oberammergau nach wie vor neben dem Fremdenverkehr der wichtigste Erwerbszweig, doch es kamen kaum noch Aufträge und Geld ins Dorf. Dank dem Engagement zweier amerikanischer Geschäftsleute, die sich Oberammergau verbunden fühlten, entstand der Plan einer Verkaufsausstellung in den USA. So schlossen sich zahlreiche Oberammergauer Handwerker und Künstler in der „Vereinigung Heimatkunst Oberammergau e.V.“ zusammen, um in New York und zehn weiteren Städten in den USA Waren zu verkaufen und Aufträge zu akquirieren. Gleichzeitig konnten genügend amerikanische Sponsoren für die Finanzierung der Reise gefunden werden. Anfang Dezember 1923 reiste eine Gruppe von 15 Oberammergauer Schnitzern und Handwerkern, darunter drei Hauptdarsteller der Passion 1922 -wie von den Amerikanern gewünscht - nach New York. Schon bei der Ankunft wurden vor allem der Christusdarsteller Anton Lang von der Presse nahezu überrannt. Die ganze Reise wurde dank der hervorragenden Organisation von amerikanischer Seite aus mit Flyern, Anzeigen, Plakaten und Broschüren beworben und von einem außergewöhnlich starken Medienecho begleitet. Es wurden neben Schnitzereien auch Erzeugnisse aus den Bereichen Keramik, Schreinerei, Drechslerei, Kunstschlosserei und Textilien gezeigt und verkauft. Die Wanderausstellung wurde in New York, Cleveland, Cincinnati, St. Louis, Detroit, Chicago, Pittsburgh, Baltimore, Philadelphia und Boston ein großer Erfolg und brachte den Oberammergauer Handwerksbetrieben tatsächlich den erhofften Aufschwung. Zudem wurden Gelder für soziale Zwecke in Oberammergau gesammelt.

Bildunterschrift:

Die Oberammergauer Delegation vor dem Weißen Haus, 1924, Photo: Sammlung Florian Lang

 

 

Ausstellungen 2014

Weihnachten im Museum - Gedanken über das Sammeln, Bewahren und Ausstellen von Krippen, 29.11.2014 - 7.1.2015

Eine etwas andere Krippenausstellung. Neben den historischen Krippen der Krippenabteilung werden Höhepunkte der Oberammergauer Sammeltätigkeit des 20. Jahrhunderts ausgestellt. Wir zeigen nicht nur virtuos geschnitzte Krippen und Hinterglaskrippen, sondern geben Auskunft darüber, warum, was, wann angekauft wurde, wie es aufbewahrt wird und wie weit die Objekte erforscht sind. Der Oberammergauer Krippenweg des St. Lukasvereins führt durch den idyllischen Ortskern und durch die Geschichte der Oberammergauer Krippenkunst.

 

Am 2. und 4. Adventswochenende zeigen Oberammergauer Bildhauerinnen, dass die  Handwerkskunst lebt.

Bild: Detail Krippe, Anton Killer (1939 - 2013), Oberammergau Museum

 

 

 

Der Maler Michael Zeno Diemer (1867-1939) - Landschaft, Historie, Technik, 6.6. - 2.11.2014

Flyer zur Ausstellung

Die drei bedeutenden kulturhistorischen Museen des Landkreises: Oberammergau Museum, Werdenfels Museum und Geigenbaumuseum Mittenwald zeigen eine gemeinsame Ausstellung über den Maler Michael Zeno Diemer (1867-1939).

Das Oberammergau Museum präsentiert einen Überblick über das Gesamtwerk, das Werdenfels Museum vor allem Berg- und Technikbilder (Seilbahnen, Wasserkraftnutzung) der Region und das Geigenbaumuseum wird den Schwerpunkt auf das druckgraphische Werk (Umsetzung seiner Motive in Postkarten, Plakate uvm.) legen.

Zu der Ausstellung erscheint ein ausführlicher von der Ernst von Siemens Kunststiftung finanzierter Katalog.

Heute ist Diemer weitestgehend nur noch als Maler des Riesenrundgemäldes "Die Schlacht am Bergisel" bekannt. Zu seinen Lebzeiten war er dagegen ein sehr erfolgreicher und äußerst vielseitiger Maler. Er hat ein eindrucksvolles und umfangreiches Lebenswerk hinterlassen.

Nach seiner künstlerischen Ausbildung, u.a. bei Maler Hans Zwink in Oberammergau und später auf der Akademie der Bildenden Künste in München spezialisierte Diemer sich auf die Landschaftsmalerei.
Bereits in den 1890er Jahren etablierte er sich als erfolgreicher Bergmaler.
Seit 1895 entstanden dann große Schlachtenpanoramen, die seinen Ruf festigten. Seit 1900 nahm er regelmäßig an den Kreuzfahrten der HAPAG in das Nordmeer oder den Mittelmeerraum teil und fertigte Skizzen und Aquarelle an, die als Grundlage für Aufträge durch die Mitreisenden dienten.
Seine zahlreichen Marinebilder hängen auch heute noch in vielen internationalen Museen.
Seit 1906 malte er Technik- und Wissenschaftsbilder für das Deutsche Museum in München: großformatige Ölbilder die häufig auch als Postkarten oder Lithografien vermarktet wurden. Über diese Arbeit lernte er Graf Zeppelin kennen und setzte im folgenden seine Faszination für Luftschiffe in zahlreichen Darstellungen um.

Diemer beteiligte sich über mehrere Jahre an den großen Jahresausstellungen im Münchner Glaspalast.
Neben der Zusammenarbeit mit Kunsthändlern, in deren Auftrag er Ölbilder und Aquarelle für Privatkunden - größtenteils Landschaftsdarstellungen und Seestücke - malte, enwarf er u.a. Schulwandbilder, fertigte Reliefkarten und Zeichnungen für Zeitungen und Zeitschriften und setzte die meisten Motive zusätzlich in Postkarten um.

Michael Zeno Diemer wurde am 8. Februar 1867 in München geboren, er lebte und arbeitete in der Landeshauptstadt und in Oberammergau.
Sein Großvater Michael Johann Diemer war bis 1852 Bürgermeister der Gemeinde und Chorführer beim Oberammergauer Passionsspiel gewesen. Der Vater Joseph Diemer war 1883 mit der Familie von München zurück nach Oberammergau gezogen. Hier verstarb er ein Jahr später. Der Verleger und Museumsgründer Guido Lang wurde der Vormund für die minderjährigen Kinder.

In Oberammergau lernte Diemer 1884 seine spätere Ehefrau kennen, und zwar bei der Aufführung des von ihm selbst verfassten Theaterstückes "Die Zauberamsel". Die damals berühmte Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern ("Die Geierwally") und ihre Tochter Hermine hielten sich im Passionsspielort auf, um sich hier niederzulassen. 1887 heirateten Hermine und Michael Zeno Diemer. 1889 kam der erste Sohn auf die Welt, es folgten fünf weitere Söhne und eine Tochter. Die Familie hatte ihren Hauptwohnsitz zwar in München, verbrachte aber sehr viel Zeit in Oberammergau. 1924, nach dem Tod Hermines, zog Michael Zeno Diemer ganz nach Oberammergau in sein neu erbautes Haus, in München behielt er lediglich arbeitsbedingt eine Atelierwohnung.

Neben seiner Tätigkeit als Maler (Bühnenbild Passion 1930) komponierte Diemer, schrieb Theaterstücke, spielte Geige (auch im Passionsorchester), legte ein Archiv über den Komponisten der Passionsmusik Rochus Dedler an und war ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Dorflebens.

Bild: Dampfer "Prizessin Victoria Luise" im Fjord, 1904, Privatbesitz

Links:
Werdenfelsmuseum
Geigenbaumuseum

Ausstellungen 2013

Spiegelbild, Schatten und Echo - Die Hinterglaswelten der Fride WirtlWalser, 27.7. - 3.11.2013

Hinterglasmalerei im 20. Jahrhundert

Die Künstlerin Fride Wirtl-Walser setzt ihr gesamtes Schaffen hinter, auf und mit Glas um.

Bereits in ihrer Kindheit war sie in einem bäuerlich geprägten Haushalt von traditioneller Hinterglasmalerei umgeben. Während sie die Fachschule für Holzbildhauerei in Berchtesgaden besuchte, erarbeitete Wirtl sich zunächst die Formensprache der traditionellen Hinterglasmalerei.

Lange Jahre malte sie neben den eigenen persönlich inspirierten Bildern immer auch volkskundliche Motive. Während des Studiums an der Akademie in München spezialisierte sie sich auf Malerei und Glasbearbeitung. Bis heute ist sie fasziniert von den mannigfaltigen Möglichkeiten, die die Beherrschung verschiedenster Techniken auf Glas für die Entfaltung der künstlerischen Bildinhalte ermöglichen.

Die Bandbreite der angewendeten und virtuos eingesetzten Techniken reicht dabei von der traditionellen Malerei in Öl auf Glas bis hin zur Farb- und Metallradierung und der Verspiegelung.

In den 1960er Jahren entstand ihre erste Serie kleinformatiger abstrakter Hinterglasbilder mit amorphen Darstellungen. Ebenso wie sie die verschiedensten Maltechniken einsetzt, arbeitet sie mit sehr verschiedenen Formaten. So belebt sie zum einen in den 1980er Jahren die Kunst der Miniaturbilder wieder, aber verwirklicht auch die Gestaltung von in der Hinterglasmalerei seltenen Großformaten.

Den Flyer zur Ausstellung können Sie hier downloaden

Ausstellung zum Kleinplastikwettbewerb Oberammergau 2013, 01.12.13 - 05.01.14 

Die Gemeinde Oberammergau veranstaltete im Herbst 2013 einen Kleinplastikwettbewerb für alle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen lebenden bzw. arbeitenden Kunstschaffenden. Alle am Wettbewerb teilnehmenden Objekte wurden im Rahmen einer Sonderausstellung im OberammergauMuseum präsentiert.

125 Jahre Ludwigsfeuer auf dem Kofel - Schaufensterausstellung 27.7. - 24.11.2013

Spiegelbild, Schatten und Echo - Die Hinterglaswelten der Fride Wirtl-Walser, 27.7. - 3.11.2013
Weitere Informationen und den Link zum Ausstellungs-Flyer finden Sie hier ->

Landschaft in der Hinterglasmalerei des 18. Jahrhunderts, 27.7. - 6.10.2013
Ausstellung im Pilatushaus. Den Flyer zur Ausstellung erhalten Sie hier ->

Zwischen Stein und Wolke - Ernst Neukamp (1937 - 2006), 23.3. - 14.7.2013

Eine kleine Geschichte des Bieres - Schaufensterausstellung, 23.3. - 7.7.2013
Zinnfiguren erzählen Geschichte - auf besondere Art und Weise wurde die Geschichte des Bieres vermittelt. In rund 20 liebevoll arrangierten Dioramen mit feinst bemalten 30 mm hohen Zinnfiguren erzählte der Sammler Peter Bach kleine Geschichten rund ums Brauen, Handeln und Besteuern sowie nicht zuletzt natürlich über das Ausschenken und Genießen des "flüssigen Goldes" von der Antike bis heute.
Auf dieser Zeitreise gab es für Jung und Alt viel Vergnügliches zu entdecken. Die Exponate konnten in den Schaufenstern des Oberammergau Museums besichtigt werden.

Ausstellungen 2011

Leiden und Größe im Exil - der "Joseph-Roman" und Thomas Mann, 09.06. - 06.11.11

Stephanie Kölbl - Liebe zu...Katzen, Holzschnitte aus fünf Jahrzehnten, 26.11.11 - 08.01.12

Wo ist Ludwig II. ? Eine Spurensuche durch Oberammergau und sein Museum, 01.04.11 - 08.01.12

Oberammergauer Krippenweg, Schaufensterausstellung, 26.11.11 - 08.01.12

Ausstellungen 2010 - Passionsjahr

Ein Dorf spielt die Erlösung, seit 28.03.2010

Ausstellungen 2009

Ein Oberammergauer Bildhauer – Hubert Nikolaus Lang (1909-1972)
Dauer der Ausstellung: 25.07.2009 - 01. November 2009, verlängert bis 10. Januar 2010.

Schaufensterausstellung im Oberammergau Museum
Dauer der Ausstellung: 4.4. - 31.10.2009

Ausstellungen 2008

Krippen- und Jahresausstellung des St. Lukasvereins mit einem Sonderbeitrag von Lisl Kreuz
Dauer der Ausstellung: 29.11.2008 - 11.01.2009

Zeitsprung - von der Steinzeit bis zu den Römern- eine Vor- und Frühgeschichtsausstellung
27.06.2008 - 02.11.2008, verlängert bis 9. November

Rudolf Wachter - Gebrochener Raum
Dauer der Ausstellung:04.04.2008 - 15.06.2008

Ausstellungen 2007

Weihnachtsausstellung im Oberammergau Museum - von Himmlischen Heerscharen, Engelshaar, Schutzengeln und fröhlich-frechen Putten
Dauer der Ausstellung: 01.12.2007 - 06.01.2008

WEISS - Eine Ausstellung von Florian Wagner
Dauer der Ausstellung: 14.09. - 28.10.2007

Bitte lächeln: 50 Jahre Kofel Kamera Club – Foto und Film in Oberammergau
Dauer der Ausstellung: 20.07. - 09.09.2007  

Die Kinder der Herrgottschnitzer, eine Porträtserie von Thomas Dashuber
Dauer der Ausstellung: 15.06. - 15.07.2007

"Made in Bavaria": Spielzeug aus Nürnberg, Oberammergau und Berchtesgaden Dauer der Ausstellung: 30.03. - 10.06.2007

Ausstellungen 2006

Krippen schaugn: Jahres- und Krippenausstellung des St. Lukas Vereins
Dauer der Ausstellung: 3. Dezember 2006 bis 4. Februar 2007

Dag Zong – Tigerburg, tibetische Tigerteppiche
Dauer der Ausstellung: 29. September 2006 - 31. Oktober 2006

200 Jahre Königreich Bayern - Oberammergau und das bayerische Herrscherhaus Dauer der Ausstellung: 1. April 2006 - 31. Oktober 2006

Schaufensterbilder des Oberammergau Museums

Elisabeth Endres - Bilderdenken
Dauer der Ausstellung: 23. Juni 2006 - 24. September 2006

Ernst Maria Lang - Karikaturen eines Zeitzeugen
Dauer der Ausstellung: 1. April -15. Juni 2006

 
Link zur Kontaktseite Link zur Impressumsseite English Deutsch